Altbewährte Marketingmethoden

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Das gute alte traditionelle Marketing. Gibt es das überhaupt noch oder sind Flyer und Annoncen in der Zeitung nicht schon längst ausgestorben?

Falls du dich mit online Marketing beschäftigst und regelmäßig Blogartikel, Podcasts oder Videos dazu konsumierst ist dir vielleicht schon eines aufgefallen. Fast alle prophezeien den Untergang der “alten” Medien und damit auch das Aussterben klassischer Marketingmethoden.

Aber ist das wirklich so?

Ziehen wir uns hierfür erstmal den Detektivmantel an, bewaffnen uns mit dem Vergrößerungsglas und decken das Geheimnis Schritt für Schritt auf.

Was ist klassisches Marketing eigentlich?

Unter klassischem oder traditionellem Marketing versteht man Werbeanzeigen, welche im Fernsehen, Radio oder in Print-Medien geschalten werden.

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Quelle: pixabay.com

Natürlich ist Werbung nicht gleich Marketing. Somit könnten auch Telefonakquise oder der “sehr beliebte” Tür-zu-Tür-Verkauf zum alten Marketing Sortiment zählen.

Kurz gesagt: Alles, was nicht digital abläuft passt in die Kategorie des klassischen Marketings.

Die Unterscheidung ist insofern wichtig, weil wir als Werbetreibende uns immer klar sein müssen, auf welcher Spielwiese wir uns gerade befinden.

Kenne deine Zielgruppe ist noch immer eines der obersten Gebote im Leben eines Marketers.

Nutzer, die beim genüsslichen Frühstück am Sonntagmorgen ihre Zeitung lesen, müssen anders angesprochen werden als jene, die im Zug sitzen und durch ihren Facebook Feed scrollen.

Oft ist es die ältere Generation, welche für traditionelle Marketingmethoden in Frage kommen. Wer hat denn nicht ein paar Menschen in der Familie, die sich einfach nicht mit Facebook, Google, YouTube oder was auch immer befassen wollen?

Sie sehen lieber fern und lesen ihre Zeitung. Dagegen ist auch absolut nichts einzuwenden.

Mythos: Untergang der klassischen Medien

Was ist denn eigentlich dran, an dem Mythos, dass alte Medien bald aussterben werden?

Nicht sehr viel! Du glaubst mir nicht?

Wie war es denn, als das Fernsehen auf der Bildfläche erschienen ist? Das ist mittlerweile ein paar Jahrzehnte her und trotzdem florieren Zeitschriften und Radio heute immer noch.

Auch die Einführung des Internets hat diese Medien nicht ausgerottet. Es handelt sich vielmehr um neue Kanäle, die zum Vorhandenen hinzukommen.

Die Marketinglandschaft hat sich allerdings schon geändert. 

Nicht ohne Grund erhöhen Unternehmen Jahr für Jahr ihre Budgets für online Werbung. Wenn jetzt alle in Richtung digitale Anzeigen rennen, eröffnet das ungeahnte Möglichkeiten, für alle die gegen den Strom schwimmen wollen.

Oft kommt es auf die richtige Balance zwischen online und offline an. Man braucht eben den richtigen Marketing Mix.

Du musst nicht jedem glauben, der online Marketing als Universallösung in den Himmel hebt. Sei ruhig skeptisch und höre die verschieden Standpunkte dazu an.

Das gilt auch für diesen Artikel hier. Du musst mir nichts sofort glauben, nur weil ich ein Fremder im Internet mit einer Meinung bin.

Am erfolgreichsten sind meistens die Menschen, die sich nicht am Status quo orientieren, sondern neue Wege einschlagen und ihre eigenen Spielregeln machen.

Was versteht man unter Marketing Mix?

Als Marketing Mix bezeichnet man das Verhältnis zwischen den verschiedenen Maßnahmen, die zu mehr Neukunden und wiederkehrenden Kunden führen sollen.

Riesige Unternehmen wie z.B. McDonald’s haben einen sehr balancierten Marketing Mix. Ihre Werbung ist im Fernsehen, im Radio, auf Flyern, in Zeitungen und sogar in digitaler Form zu betrachten. 

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Der Franchise-Konzern bedient Endkunden in allen Ländern und Altersgruppen. Somit macht dieser Marketing Mix auch Sinn.

Es ist aber nicht zwingend notwendig, dass der Mix ausgewogen sein muss.

Solange du deine Zielgruppe mit den bestmöglichen Ergebnissen erreichst, passt doch alles.

Bedenke immer: Nicht jede Zielgruppe ist online erreichbar.

Darum ist es auch so verdammt wichtig, dein Unternehmen aus den Augen deiner potentiellen Kunden zu sehen!

Deine Kunden wissen am besten, über welche Kanäle sie erreicht werden wollen. Und dann geh noch einen Schritt weiter und überrasche sie dort, wo sie nicht mit dir gerechnet hätten.

Klassisches vs. Online Marketing

Was sind denn nun die größten Unterschiede zwischen traditionellem Marketing und digitalen Werbemaßnahmen?

Für Werbetreibende bieten moderne Marketingmethoden die Möglichkeit, den Streuverlust zu minimieren. Gleichzeitig können die Dinge optimiert werden, die hervorragend laufen. 

Mit anderen Worten, die Anzeigen bringen immer bessere Ergebnisse ein, während sie immer weniger Geld kosten.

Dieses Argument alleine lässt praktisch jeden Flyer und jede Anzeige in der Zeitung (die oft auch leider völlig überteuert ist) alt aussehen. 

Also doch lieber komplett auf Print und Co. verzichten?

Naja, nicht unbedingt. Ich bin immer noch der Meinung, dass es nur auf die richtige Herangehensweise ankommt. Kreativität ist eben eine essentielle Komponente im Marketing.

Nicht ohne Grund hat sich Apple dazu entschlossen, physische Stores zu eröffnen, als alle anderen meinten, dass die Zukunft im E-Commerce liege. 

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Dieser Schachzug sollte sich später als einer der mit Abstand lukrativsten herausstellen, die das Unternehmen jemals gemacht hat – und die Liste ist verdammt lang.

Auch Amazon geht verstärkt in Richtung eigener offline Geschäfte. Und was zeigt mehr, dass man beide Welten miteinander verbinden kann, als ein online Riese im offline Geschäft?

Beispiele für kreatives klassisches Marketing

“Okay, das sind gewaltige Unternehmen mit endlosen Budgets für analoge Werbung. Das bringt uns mittelständischen Unternehmen doch nichts!”

Erstens, diese Unternehmen haben auch einmal klein angefangen. Es macht durchaus Sinn, sich ihre Anfänge anzusehen und wie sie zu dem wurden, was sie heute sind.

Zweitens, ist das noch lange kein Grund, auf sexy klassisches Marketing zu verzichten.

Nachdem wir hier schon mal einer Meinung sind, lass uns doch mal einen Blick auf erfolgreiche Praxisbeispiele werfen.

Gratis in der Zeitung werben

Das Ziel einer Zeitung ist es, seine Leser zu begeistern und ihnen relevante Inhalte zu liefern.

Vielleicht sind die bezahlten Anzeigen auch gerade deswegen so teuer, weil den Lesern an dieser Stelle eben nicht relevante Inhalte gezeigt werden.

Dieses Wissen können wir zu unserem Vorteil nutzen. So wie es auch Bernhard gemacht hat.

Bernhard kommt aus Österreich und ist Ernährungsberater mit einem Schwerpunkt auf darmfreundlicher Ernährung.

Neben einem starken Auftritt auf Instagram, hat er zudem sein Wissen gebündelt und in seinem eigenen Buch “Darm dich schlank” festgehalten, welches über Amazon gekauft werden kann.

Damit er und sein Buch mehr Bekanntheit erlangen, hat er einen Artikel in der “Vital Krone” veröffentlicht (die Kronen Zeitung ist die mit Abstand größte Zeitung in Österreich).

Darm Dich Schlank
Bernhards “kostenloser” Beitrag in der Zeitung

Er musste den Artikel zwar selbst verfassen, aber für diese einmalige Gelegenheit, hat er das gerne in Kauf genommen.

Eine bezahlte Anzeige hätte sein Budget als Neuling definitiv überlastet. Aber mit dieser Taktik war er glücklich und die Zeitung musste sich weniger Sorgen um Content Ideen machen.

Bestimmt gibt es bei dir in der Umgebung ebenfalls eine lokale Zeitung. Oder du recherchierst Fachzeitschriften, die zu deinem Bereich passen und versorgst diese mit relevanten Inhalten und Neuigkeiten.

Ein Vorteil dabei ist, dass du automatisch als Experte wahrgenommen wirst. Immerhin kommt nicht jeder in die Zeitung, sonder nur Leute, die auch wirklich was zu sagen haben.

Ein weiteres hervorragendes Beispiel aus der Praxis, ist das “Lille Hus”.

Das Lille Hus ist ein kleines aber feines Frühstückscafe am Land. In gewisser Weise spricht alles dagegen, ein kleines Kaffeehaus am Land zu eröffnen, wo Null Laufkundschaft vorbeikommt.

An den Wochenenden, wo die meisten Menschen Zeit zum Frühstücken haben, ist das Lille Hus rappelvoll und absolut ausgelastet.

Das Problem sind eher die Tage unter der Woche. Die Inhaberin des kleinen Cafes hat daraufhin eine Lösung gefunden, die sowohl einfach genial, wie auch genial einfach ist.

In den umliegenden Ortschaften gibt es kleine Hotels und Pensionen, welche kein Frühstück anbieten. Ein gefundenes Fressen sozusagen.

Das Lille Hus hat sich mit den Betreibern dieser Hotels zusammengetan und Flyer vorbereitet, die den Hotelgästen die Anfahrt und das Frühstücks-Sortiment erklären. 

Lille Hus Frühstück Bild
Das Lille Hus begeistert mit seinem Sortiment

Und siehe da, nach einer gewissen Anlaufzeit kommen nun auch mehr Besucher unter der Woche vorbei. Auf der Suche nach einem entspannten Frühstück.

Die Ergebnisse sind hier leichter zu messen da im Gegensatz zu vorher, jetzt auch englischsprachige Touristen vorbeikommen. 

Wer out-of-the-box denken kann, dem stehen alle Türen offen. 

Durchgehen musst du dann aber selbst.

Behalten wir uns eine Tatsache immer im Hinterkopf: Einen Flyer, eine Postkarte oder eine Zeitschrift können wir nicht “wegscrollen” oder “wegklicken”.

Mittlerweile haben sich “Banner Blindness” und “Ad Fatigue” wie ein Virus verbreitet. Wenn wir durch das World Wide Web surfen blenden wir alles aus, was nicht relevant für uns ist. Wir sind sozusagen Betriebsblind für die meisten Anzeigen geworden.

Bei einem physischen Produkt, das wir in den Händen halten, ist das nur sehr schwer möglich.

Solange unsere Medien (Flyer, Plakate etc.) nicht auf gut Glück verteilt werden, können wir auf jeden Fall ansehnliche Ergebnisse damit erzielen.

Selbst Google nutzt Postwurf-Sendungen, um möglichen Nutzern die Vorteil von Google Ads zu erklären.

Warum der online Riese das macht?

Wahrscheinlich hat Google verstanden, dass es in der digitalen Welt einfach schon zu viel Lärm und zu wenig zu holen gibt. 

Selbstverständlich, zieht sich Google nicht aus dem online Geschäft zurück. Ganz im Gegenteil, das Unternehmen beherrscht quasi das Internet. 

Aber diese Vorgehensweise sollte uns einmal zu denken geben.

Der Grund, dass viele Firmen Flyer nur als rausgeworfenes Geld betrachten, liegt wohl daran, dass sie es schlichtweg falsch machen.

Für ein besseres Verständnis habe ich hier zwei Beispiele von einem guten und auch einem schlechten Flyer. So kannst du dir ein Bild davon machen, was auch für dein eigenes Unternehmen in Frage kommen könnte.

Wie man es nicht machen sollte
– die Anatomie eines perfekten Flyers

Das Wichtigste zuerst: Verteile deine Flyer nicht an jeden, der einen Puls hat.

Bestimmt kennst du auch diese gelangweilten Personen in Einkaufszentren oder Fußgängerzonen, die uns unbedingt ihre Flyer aufdrängen wollen.

Und was passiert danach mit den – möglicherweise gut designten – Flyern? Sie landen schnellstmöglich im Müll.

Das ist weder sinnvoll, noch zielführend.

Wir alle müssen sparsam und gezielt mit unseren Ressourcen umgehen, um nicht unnötig viel Kapital in den Sand zu setzen.

Deshalb ist es von höchster Bedeutung, zuerst deine Zielgruppe zu analysieren und was du ihr verkaufen willst.

Wenn mir als jungen Mann Flyer eines Kosmetikstudios in die Hände gedrückt wird, wurde das Ziel verfehlt.

Besser wäre gewesen, solche Flyer an Damen zu verteilen, die sich offensichtlich sehr darum bemühen, ein gepflegtes Auftreten zu haben (das merkt man normalerweise sehr schnell).

Bad Karate Flyer
Quelle: studylib.net

Dieser Flyer soll einen Karatekurs bewerben.

Das Erste, was einem hier auffällt, ist Chaos. Es gibt keine eindeutige Botschaft, die einem sofort ins Auge fällt.

Zu viele Symbole lenken unseren Blick weg vom Text und den Inhalten. Der Text wiederum erschlägt einen schon, noch bevor man zu lesen begonnen hat.

Bei den Inhalten wurde auf Features, anstatt auf Benefits gesetzt. Vom Standpunkt eines Werbetexters kommen mir hier die Tränen – aber leider keine Freudentränen.

Auch der Name der Karate-Schule sollte nicht im Mittelpunkt stehen. Das ist einer der häufigsten Fehler bei Flyern aller Art.

Merke dir: Der Name deines Unternehmens darf nicht zuerst ins Auge fallen!

Kommen wir zu einem positiveren Beispiel.

Good Karate Flyer
Quelle: designcrowd.de

Ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Es ist nur ein einziges großes Bild zu sehen, welches sofort zu verstehen gibt, worum es sich bei diesem Flyer handelt.

Sollte das nicht ausreichen, helfen die Überschrift und die Subheadline noch einmal kräftig nach. Hier werden Kung Fu Kurse für Kinder beworben.

Am allerbesten gefällt mir aber der Call to Action rechts unten. Mit deutlich erkennbaren Farben wird ein unwiderstehliches Angebot gemacht.

“Bring diesen Flyer mit und erhalte eine Woche GRATIS!”, da geht mir das Herz auf. Die Menschen bekommen zwar etwas geschenkt, jedoch müssen sie selbst aktiv dafür werden und echtes Interesse zeigen.

Für etwaige Fragen ist zudem auch die Telefonnummer eindeutig zu erkennen.

Klar könnte man auch hier etwas verbessern, aber dieser Flyer bringt sicher weitaus bessere Ergebnisse, als der erste.

Ja, Flyer können effektiv sein, wenn sie richtig eingesetzt werden. Dazu zählt einerseits das Design selbst und andererseits die richtige Strategie bei der Distribution.

Sofern du bei beiden Punkten um die Ecke denken kannst, hat diese Marketingmethode einen hohen Return on Investment.

Denn Flyer haben noch einen weiteren Vorteil. Sie sind in der Regel spottbillig.

Fazit

Old School Marketing ist noch lange nicht ausgestorben. Ganz im Gegenteil, selbst große online Player erkennen, dass es Sinn macht, offline Werbung zu schalten.

Solange du Kreativität beweist und gegen den Strom schwimmst, kannst du praktisch in allen Medien erfolgreich sein.

Mit den Tipps für den perfekten Flyer aus diesem Artikel hast du schon mal eine erste Anlaufstelle. Oder du nimmst dir das Beispiel von Bernhard dem Ernährungsberater zu Herzen und versuchst ebenfalls eine kostenlose Erwähnung in einer Zeitung zu bekommen.

Mache dir am besten gleich Gedanken dazu, wie dein idealer Marketing Mix aussehen sollte. Vielleicht solltest du ja verstärkt auf klassisches Marketing setzen oder es kommt für dein Unternehmen überhaupt nicht in Frage.

In beiden Fällen hoffe ich, dass du mit deiner Strategie Erfolg haben wirst.

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